21. April 2009

Klaus Hoffmann - Der träumende Wein / The dreaming wine






Klaus Hoffmann



"Mein ist nur der Sonnenschein.
Was ich habe, was ich bin,
das ist längst vollbracht..."



Klaus Hoffmann, seine Lieder - das ist wie ein guter, vollmundiger Wein, der an den sonnenbeschienenen Hängen des Zauberbergs gereift ist. Dort, in jenem geheimnisvollen Niemandsland, wo die Natur noch unberührt: - wo sie noch Kind ist. Nein, dies ist kein billiger Tafelwein, mit dem man nur gedankenverloren seinen Durst löscht. Beileibe nicht! Diesen edlen Tropfen soll man mit Andacht genießen. Schon das Bukett betört: Da steigt eine alte Sehnsucht auf, und längst vergessene Träume beginnen wieder aufzuleben. Mir ist doch so... Ja, ich weiß es noch, ich kann es wieder fühlen! Nichts, nichts ist vergessen, in meiner Seele hat es sich bewahrt:



"Ich liebte,
ich liebte einmal wie ein Kind;
so grenzenlos und ohne Angst,
wie Kinder eben sind.
Ich konnte fliegen bis zum Wolkenrand,
ich verwandelte den Tag,
ich liebte mit jedem Flügelschlag,
mit jedem Flügelschlag..."



O wie tief und komplex dieses Aroma ist: Seine Zauberkraft nährt die Hoffnung auf Erfüllung. Wir ahnen seine Herkunft, wissen um jene geheimnisvolle Macht, die diesen Wein hat reifen lassen.
Ein andächtiges Zögern, vorsichtig, erwartungsvoll - dann endlich nehmen wir den ersten Schluck, kosten verzückt diesen reifen starken Wein - und mit einem Mal nimmt es uns die Schwerter aus der Hand: Ein wohltuender Strom von Selbstvertrauen und Offenheit durchzieht uns. Die Mauern unserer Eitelkeit - sie stürzen zu Boden; all die Grenzen, die wir selbst um uns errichtet haben - mit einem Male sind sie aufgelöst: Weite! Endlich Weite! Wie lange haben wir sie entbehrt! Wie sehr haben wir uns nach einem fernen Horizont gesehnt! - Und wir ertappen uns dabei, wie wir leise flüstern: "Ich habe einen Traum!" - Ist dies alles nur ein Schwindel? Sind wir einer Illusion erlegen? Oh nein - der Wein selbst träumt! Und sein Traum gibt uns Kraft, macht uns Mut:



"Etwas in dir wird dich tragen,
wenn du glaubst zu schwer zu sein.
Etwas läßt dir Flügel schlagen,
wenn du trudelst wie ein Stein..."



Die verheißungsvolle Macht des Weines erfüllt uns, breitet sich aus wie die grenzenlose Weite des offenen Meeres. Mit jedem Schluck mehr tauchen wir tiefer ein. Wo sind wir? Was geschieht mit uns? Verlieren wir den Boden unter den Füßen? Werden wir ... versinken? - Aber nein! Im Meer dieses Traumes finden wir sicheren Halt. Inmitten seiner endlosen Tiefe werden wir selber zu einer Insel:



"Zitternd stehst du da und taumelst,
deine Füße suchen Halt;
und die Angst sagt dir,
es kann auch Treibsand sein.
Doch ein paar Schritte noch,
und dann kehrst du heim -
da wird eine Insel sein..."



Ich kann wieder lieben ohne Grund, und ich kann staunen ohne Sinn. Anfang und Ende - sie sind vereint. Tiefe Wahrheit ruht im Wein. Das Leben: - ein Traum! Ein Traum, der gelebt sein will. . . - Wir reichen bis hinauf zum Wolkenrand. Sieh doch! - ich reite sogar den Wind! All die Menschenhamster, die Gräbenzieher, die Wächter mit dem Feuerschwert - sie werden mich nicht finden! Da unterm Busch, da bin ich weg: - und davon wissen nur die Linden!
Der Wein - er träumt; und sein Traum singt sich uns in immer neuen Melodien zu. Tief dringen sie ein in unser Herz und verzaubern uns. In uns selbst erklingt das ewige Lied des Traumes. Versonnen summen wir es mit. In seiner Melodie können wir unseren Stern am Himmel sehen und haben plötzlich - leichte Füße! Denn alle Kinder dieser Erde wollen sich nur mit der Erde drehen. Auf ihrer Insel im Meer des Traumes tanzen sie zum Rhythmus des Lebens.



"Zusammen
sind wir nicht allein;
werden eine Insel sein,
die dich schützt und die dich hegt;
sind der Boden, der dich weiter trägt.
Zusammen
einzeln und frei
wirst du diese Insel sein;
wirst sie finden, wirst sie lieben,
wirst dann ganz bei dir zu Hause sein..."



Im Licht des Traumes offenbart sich uns das Leben. Der Traum und wir, die Träumenden, gehören zueinander. Aber singen wir noch wirklich unsere Lieder? - Zweifel sind da angebracht! Kalt ist unsere Zeit geworden: Wir tragen ein Lächeln, das nichts sagt; wir haben versteinerte Herzen. - Gibt es den alten Traum nicht mehr? - Oh doch! Der Traum, er lebt. Er kann nicht sterben. Wenn sich keine Träumenden finden, dann ruht er nur - dann herrscht die Nacht des Traumes. Sie allein verwahrt das Geheimnis des Möglichen, des Kommenden - und sie wartet auf die Dämmerung des Tages, harrt sehnsuchtsvoll den Träumenden entgegen:



"Was ist es, das wie Schnee vom Himmel fällt,
dies Lachen, das mir meine Nacht erhellt?
Gesichter kommen, Bilder, die ich mag,
Jahre seh ich wie ein Tag...

Was ist es, das mir heute Nacht erzählt,
du hättest mir so lange schon gefehlt.
Hab ich dich in der Eile übersehn?
Was gibt es zu verstehn?

Sternenstaub
fällt in mein Herz
Sternenstaub
fällt in mein Herz..."



Klaus Hoffmann und die Liebhaber seiner Musik: - das ist eine verschworene Gemeinschaft! Sie haben einander gesucht, und sie haben sich gefunden. Der Traum selbst schweißt sie zusammen, führt sie stets aufs neue zu ihrer gemeinsamen Insel.
Diesen Sänger und Poeten auf der Bühne zu erleben - ja, das ist ein ganz besonderes Ereignis. Da herrscht eine vertraute Stimmung; da ist man unter sich; da taucht man ein in den gemeinsamen Traum - und beginnt zu leben! Der Wein, dieser edle Tropfen, er füllt sich uns selbst ins Glas und wird zum Jungbrunnen.
Niemand vermag den Traum zu erklären. Aber Klaus Hoffmann hält die Erinnerungen an diesen Traum wach. Und das ist gut so! Schon dafür allein müssen wir ihm danken.



"Die einen suchen,
die andern sehen;
die einen bleiben,
die andern gehn;
doch alte Wünsche, ich seh's dir an,
gehn nicht verloren, die bleiben lang.
Kinder erkennen sich am Gang..."



Wir freuen uns schon sehr auf Dein nächstes Konzert ...
Alles Liebe
Bernd & Petra





Weitere Schätze:


"Da wird eine Insel sein" ........."Insellieder"


"Sänger"................................. "Erzählungen"


"Von dieser Welt" ................. "Spirit"






Klaus Hoffmann





"Mine is only the sunshine.
What I have, what I am,
this is for a long time achieved..."



Klaus Hoffmann, his songs - this is like a good, wholehearted wine, that has matured on the solar-shone slopes of the magic mountain. There, in that mysterious no-man's-land, where the nature still unchanged: - where it still child is. No, this is no cheap table wine with which one only extinguishes lost in thought his thirst. Certainly not! One is supposed to enjoy this noble drop with devotion. Already the bouquet bewitches: There an old one longing rises on, and longest forgotten dreams begin to revive. To me is however, thus... Yes, I know it still, I can feel it again! Nothing, nothing is forgotten, in my soul it preserved itself:



"I loved,
I loved once like a child,
so boundless and without fear,
just as children are.
I could fly up to the cloud edge,
I transformed the day,
I loved with every wingbeat,
with every wingbeat..."



O how deep and in a complex way this flavor is: Its magic strength nourishes the hope for fulfillment. We sense its origin, know about that mysterious power, that this wine made mature.
A devout hesitation, expectantly, cautiously - then, at last, we take the first sip, cost enraptured this ripe strong wine - and all of a sudden it takes away the swords from our hands: One wholesome stream of self-confidence and openness pulls through us. The walls of our vanity - they fall to ground; all borders which we ourselves have established around us - at once they are dissolved: Width! Finally, width! How long we missed it! How much we have longed for a distant horizon! - And we catch ourselves with how we quietly whisper: " I have a dream! " - Were this all only one kind of swindle? Are we succumbed to an illusion? Oh no - the wine itself dreams! And its dream gives us strength, does courage to us:



"Something in you will support you,
when you believe to be too heavy.
Something lets hit you wings,
when you spin like a stone ... "



The promising power of the wine fills us, expands us as the boundless width of the open sea. With every sip more we dive more deeply. Where are we? What happens to us? Do we lose the ground under the feet? Will we ... sink ? - But no! In the sea of this dream we find secure hold. In the midst of his endless depth we ourselves become an island:



"Trembling you stand there and reel,
your feet search hold;
and the fear says to you,
it can also be quicksand.
However, a few steps still,
and then you return home -
there will be an island ... "



I can love again without reason, and I can be astonished without sense. Beginning and end - they are united. Deep truth rests in the wine. Life: - a dream! A dream which wants to be lived... - We reach up to the cloud edge. And look! - I even ride the wind! All the human hamsters, the ditchers, the guardians with the fire sword - they will not find me! There under the bush, there I am away: - and only the limes do know about!
The wine - it dreams; and its dream itself keeps on singing its ever new melodies to us. Deeply they penetrate our heart and enchant us. In us ourselves the eternal song of the dream rings out. Pensively we join in the huming. In its melody we can see our star in the sky, and suddenly we get - easy feet! Because all the children of this Earth only want to join in the twisting of mother Earth. On their island in the sea of the dream they dance to the rhythm of life.



"Together
we are not alone;
will be an island,
that protects you and preserves you;
are the bottom which carries you constantly.
Together
individually and freely
you will be this island;
will find it, will love it,
will be at home then completely in yourself ..."



In the light of the dream life reveals us to itself. The dream and we, the dreaming ones, belong to each other. But do we still really sing our songs? - Doubts are to be made there! Our time turned cold: We bear a smile that does not say anything; we have petrified hearts. - Is there not the old dream anymore? - Oh but yes! The dream, it lives. It cannot die. If no dreaming ones are found, it only rests then - then the night of the dream rules. Only she, the night, keeps the secret of the possible, the coming - and she waits for the dusk of the day, awaits full of longing towards the dreaming ones:



"What is it, that falls like snow from the sky,
this laughter which illuminates my night to me?
Faces come, pictures which I like,
years are as one day to me ...

What is it, that tells to me tonight
I would have lacked you already for so long.
Have I overlooked you in a hurry?
What is there to see?

Star dust
falls into my heart
Star dust
falls into my heart ... "



Klaus Hoffmann and the lovers of his music: - this is a sworn community! They have searched for each other, and they have found one another. The dream itself seals them together, leads them always again to their common island.
To experience this singer and poet on the stage - yes, this is truely a very special event. It is a familiar atmosphere over there; a kind of closed party; there one dives into the common dream - and begins to live! The wine, this noble drop, it fills itself into our glasses and becomes the Fountain of Youth.
Nobody is able to explain the dream. But Klaus Hoffmann keeps up the recollections of this dream. And that's it! Only for this reason we already must appreciate him.



"Some ones search,
the other ones see;
Some ones stay,
the other ones leave;
however, old wishes, I can tell by your face,
get never lost, they remain for long.
Children do recognize each other at a glance.


We realy look forward to your next concert ...
Much love
Bernd & Petra